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Mittwoch, 4. April 2012

Packtag in Christchurch

Heute Morgen sind wir mit dem Bus ins City-Center von Christchurch gefahren, was wir uns im Nachhinein hätten sparen können. Das eigentliche Zentrum ist auf dem Plan als "Rote Zone" markiert, die nicht betreten werden darf. In rund 1 km² sind alle Gebäude unbewohnt oder sind schon abgerissen oder man ist gerade dabei, sie abzureissen. Nur einige ganz wenige Gebäude haben das Erdbeben wohl ohne größere Schäden überstanden.
An allen Straßen in diese Zone finden Kontrollen statt, dass auch wirklich nur autorisierte Personen reingehen .

Von den Kirchen hat, so wie es aussieht, nicht eine überlebt. Wenn mal noch ein Rest steht, sind die Wände abgestützt (C.: das Bild hat nicht meinen Perspektivfehler, die Häuser stehen wirklich so krumm.)
 Die Stahbetongebäude, die noch stehen, werden gerade entkernt und dann platt gemacht.

Hier sieht man im ganz, ganz weiten Hintergrund links den Rest der Kathedrale, die eines der Wahrzeichen von Christchurch war.

Hier regt sich massiver Widerstand gegen den geplanten Komplettabriss. Ein Großteil der Bevölkerung will, dass die Kathedrale wieder aufgebaut wird. An den Litfassäulen wird zur Unterstützung des Protest aufgerufen.



Auch in den nicht gesperrten Straßen sind die Schäden überall sichtbar.


Das ist eine provisorische Gedenkstätte an einem Platz, wo auch eine Kirche stand, die bereits abgetragen ist. Sie heißt "178 leere Stühle" und steht für die 178 Opfer des Bebens.
 
In der Innenstadt beim Busbahnhof gibt es eine Straße mit ca. 200 Metern Länge, in denen es ein paar Geschäfte in Containern und 2 Cafes gibt. Das ist aber wirklich die einzig etwas belebte Straße, ansonsten ist alles tot. Hier versucht man die Innenstadt wieder etwas zu beleben und neu aufzubauen. Alles in Allem war es ein deprimierender Abschluss für Neuseeland.
 


Und die nächsten beiden Bilder "ohne Worte", aber mit Grüßen an Dalai, das wäre doch ein super Outfit für den coolen Hund.


Wir sind also bald wieder zurück gefahren, weil die gesamte Infrastruktur hier einfach im Eimer ist. Es gibt im Moment keine Einkaufsstraßen, bummeln durch die Stadt ist nicht möglich und in den nicht gesperrten Bereichen sind nur Industriebetriebe, Autohäuser usw.

Dafür hatten wir viel Zeit, unsere Sachen zu packen. Wenn man mal 2 Monate im Auto (Karre) gelebt hat, stellt man erst beim Packen fest, was sich so alles angesammelt hat. Ich habe mir beim Campingplatzbesitzer gleich mal eine Waage besorgt und C. hat sich dann ganz freiwillig von etlichen Steinen und Muscheln getrennt (C.:äußerst ungern). Es deutet einiges darauf hin, dass wir es gerade so schaffen, da darf dann aber in den USA nicht mehr viel dazukommen.

Unser übriges Zeug haben wir hier einem Dauercamper "geschenkt", der sich richtig gefreut und dann auch ungefragt 20 Dollar gebracht hat.

Morgen werden wir gegen 10.00 Uhr zu Apollo fahren und dort noch über einige Nachkäufe wie Tisch, Stuhl, Heizlüfter, Pfanne und Schneidebrett verhandeln. Unser Flug geht am Nachmittag erst nach Auckland und von dort dann nach San Francisco. Wahrscheinlich haben wir auf dem Flughafen nochmal Gelegenheit, was zu schreiben, wenn wir eh rumsitzen und warten.

Grüße

PS.:  Und zum Glück hatte der Wetterbericht heute mal nicht recht. Es waren nämlich Nieselregen und ein paar kräftigere Schauer angesagt und wir hatten den ganzen Tag Sonnenschein. Da wir die Karre erstmal komplett ausgeräumt und alles nebendran gestellt haben, um es zu entstauben, wäre es bei Regen wirklich blöd geworden. So ging das ganz entspannt mit Kaffee- und Rauchpausen.